1. Felix Schilflied Op. 71 Nr. 4 (1842) Kateryna Kasper & Dmitry Ablogin 2:58
  2. Fanny Anklänge III - Könnt ich zu den Wäldern flüchten (1841) Kateryna Kasper & Dmitry Ablogin 2:17
  3. Fanny Schwanenlied Op. 1 Nr. 1 (1840) Kateryna Kasper & Dmitry Ablogin 3:12
  4. Fanny Nach Süden Op. 10, Nr. 1 [posthum] (1841) Kateryna Kasper & Dmitry Ablogin 1:52
  5. Felix Nachtlied Op. 71 Nr. 6 (1847) Kateryna Kasper & Dmitry Ablogin 2:50
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Ein süßes Deingedenken – Lieder von Fanny und Felix Mendelssohn

Kateryna Kasper (Sopran), Dmitry Ablogin (Klavier)
„Mein liebes Schwesterlein
… ich möchte gern bei Dir sein, und Dich sehn,
und Dir was erzählen; es will aber nicht gehn.
Da habe ich Dir denn ein Lied aufgeschrieben,
wie ichs wünsche und meine; dabey habe ich
Dein gedacht, und es ist mir sehr weich zu Muthe
dabey.“
Felix an Fanny, München, den 14. Juni 1830
(zwei Tage vor der Geburt von Fannys einzigem
Sohn Sebastian)

„(…) Das Album ist ganz einfach ein Juwel für sich. Ein süßes Deingedenken, das neue Doppelalbum mit Liedern der Mendelssohn-Geschwister von Kateryna Kasper und Dmitry Ablogin, schenkt auf so vielen Ebenen Freude und Stoff zum Nachdenken. Bei Team Rickson vergeben wir keine Sterne, aber bei diesem Album würde ich das Gebot gleich bei fünf eröffnen. Was mich sofort gefesselt hat, mag etwas abseitig wirken: Der allererste Klang, den man hört, ist eine improvisierte Fortepiano-Einleitung zu Felix’ „Auf Flügeln des Gesanges“, und es war der Klang des von Dmitry Ablogin gespielten Instruments, der mich sofort zum Booklet greifen ließ, um Genaueres zu erfahren. Das bemerkenswerte Klavier stammt aus dem Jahr 1835 und wurde von Aloys Aegydius Biber gebaut. (…) Es gibt reichlich Gelegenheiten, Ablogins stupendes Fortepiano-Spiel zu hören: den stürmischen Brocken, den er in Felix’ „Hexenlied“ heraufbeschwört, findet man gespenstisch mitreißend, und er verdient sich seinen Lohn mehr als redlich durch die schiere Virtuosität und die Fülle an Noten in Fannys „Anklänge“.

Sopranistin Kateryna Kaspers Gespür für den Aufbau einer steigenden Phrase, ihre Fähigkeit, der Stimme beim Aufstieg Leichtigkeit und Schwerelosigkeit zu verleihen, ist einfach wunderbar; Fannys „Achmed und Irza“ ist ein großartiges Beispiel dafür. Ihr Gestaltungsvermögen in langsamen Liedern ist bemerkenswert, etwa in Fannys „Harfner“-Lied („Wer sich der Einsamkeit ergibt“). Ihr traumhaftes, geradezu hinreißendes Legato ist in Fannys „Vorwurf“ auf einer Ebene mit Gundula Janowitz. Das Album ist vorbildlich dokumentiert. Wer Lust hat, in aller Ruhe die Hellwig-Unruh-Nummern von Fanny Mendelssohn nachzuvollziehen, findet sie vollständig. Wichtiger aber ist der substanzielle Einführungstext, der untersucht, wie die Mendelssohn-Geschwister einander unterstützten und beeinflussten, mit vielen Belegen aus ihrem Briefwechsel. Vielleicht ist es gar nicht übertrieben, Fanny und Felix als eines der Dream-Teams der Liedgeschichte zu sehen. Dieses großartige Doppelalbum liefert dafür jedenfalls reichlich Beweise.“

©Andreas Kasper
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www.klassik-heute.de, Rainer W. Janka 01.07.2022
“Kateryna Kasper ist eine der seltenen Sopranistinnen, der man lange und lange zuhören kann, deren Stimme man nicht müde wird: Sie singt immer richtig auf dem Atem, spürt den vertonten Empfingen nach, lässt ihren tonschönen Sopran frei fluten und aufleuchten, kann die Höhen ganz leicht ansetzen, besticht durch genaue Artikulation und die Hervorhebung sinnbetonender Wörter (…). Immer überzeugt ihr Geschmack, die Eleganz der Tongebung, die sorgfältige Ausformung der Vokale und der reine Fluss der Stimme.

Dmytri Ablogin spielt ein Fortepiano von Alois Biber um 1835, aus dem er viele fein abschattierte Klänge holt. Mal klingt das Fortepiano wie eine Gitarre, mal wie eine Harfe, mal wogend, mal wie eine Nachtigall flötend, dann wieder hochlebendig-vollrauschend – und immer umschmeichelt er gut abgetönt die Stimme der Sängerin.

Der Toningenieur sorgt für eine ausgetüftelte Klangbalance, ist ganz nahe am Mund der Sängerin, lässt aber niemand von den beiden sich ganz in den Vordergrund schieben. Insgesamt eine vorzügliche Darstellung der Liedkunst von Fanny Hensel und der symbiotischen Geschwisterbeziehung der beiden Wunderkinder aus der Familie Mendelssohn: Sehr zu empfehlen!“

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Sind die Lieder auf diesem neuen Doppel-CD-Album musikalische Briefe zwischen den genialen Geschwistern Fanny und Felix Mendelssohn? Die beiden pflegten sich in vielen kurzweiligen und poetischen Briefen über ihre Musik auszutauschen. Die ältere Schwester war zeitlebens auch die engste Beraterin ihres Bruders. Einigen der hier aufgenommenen Liedern geht ein improvisiertes Präludium voraus, wie es bis ins frühe 20. Jahrhundert üblich war. Diese entstanden spontan während der Aufnahmen und manche wurden behalten, um die Atmosphäre eines Livekonzertes entstehen zu lassen.

 

 




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